{"id":569,"date":"2024-03-24T19:28:07","date_gmt":"2024-03-24T18:28:07","guid":{"rendered":"http:\/\/stephanemanou.de\/stephane-manou\/?p=569"},"modified":"2024-03-24T19:28:08","modified_gmt":"2024-03-24T18:28:08","slug":"laudatio-zur-eroeffnung-des-ateliers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stephanemanou.de\/stephane-manou\/2024\/03\/24\/laudatio-zur-eroeffnung-des-ateliers\/","title":{"rendered":"Laudatio zur Er\u00f6ffnung des Ateliers"},"content":{"rendered":"\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren Kunstinteressierte,<\/p>\n\n\n\n<p>sehr geehrte Herren B\u00fcrgermeister,<\/p>\n\n\n\n<p>liebe Freunde der Familie,<\/p>\n\n\n\n<p>liebe Manous.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein lieber Freund Stephane,<\/p>\n\n\n\n<p>wenn du heute die Einweihung deines Ateliers feierst, so ist dies nat\u00fcrlich ein besonderer Tag f\u00fcr dich \u2013 und f\u00fcr euch.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor ich \u00fcber deine Kunst spreche, m\u00f6chte ich aber vor allem dir, liebe Sandra, danken, dass du ihm \u2013 und damit auch uns \u2013 so viel Freude bereitest, weil du deinem Mann die n\u00f6tige Zeit einr\u00e4umst, seine Kunst zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff des \u201eSchaffens\u201c steckt ja auch schon im \u201eAtelier\u201c, stammt dieser Begriff doch urspr\u00fcnglich aus dem franz\u00f6sischen Wort f\u00fcr \u201eSplitter\u201c, das den Werkstattcharakter des Raumes hervorhebt. Des Weiteren beschreibt das \u201eSchaffen\u201c \u2013 als im Deutschen \u00fcberaus positiv konnotiertes Wort \u2013 sehr gut den Prozess der ausgelebten Kreativit\u00e4t, das ins Leben Rufen, die Erweckung eines Gedankens in die Realit\u00e4t. Gleichzeitig ist dem Begriff der Aspekt der Arbeit innewohnend, wird doch eine Leistung erbracht, etwas gestaltet, was mit erheblichem zeitlichen Aufwand verbunden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>So er\u00f6ffnet Stephane heute nicht nur einen \u201eArbeitsraum\u201c, er er\u00f6ffnet uns einen Raum der Begegnung, erm\u00f6glicht innere Auseinandersetzung mit seinen und den eigenen Emotionen und Empathien und l\u00e4dt zum Austausch ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Stephane begrenzt seine k\u00fcnstlerischen Aktivit\u00e4ten nicht ausschlie\u00dflich auf die Malerei, sondern bearbeitet Ton, erstellt Zeichnungen und Grafiken und verbindet zum Teil diese Kunstformen, um seine Gedanken und Gef\u00fchle in weiteren Ebenen auszuleben, und erm\u00f6glicht so dem Rezipienten, vielf\u00e4ltig einzutauchen und sich hineinziehen zu lassen von seinem Blick auf die Welt und deren Wesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fast in jedem Bild verstecken sich sozusagen Bilder im Bild, gilt es Verborgenes zu entdecken, die Vielschichtigkeit des Ganzen muss erkannt und wertgesch\u00e4tzt werden. Vordergr\u00fcndig die Abbildung einer Person, entpuppt sich der sogenannte Hintergrund als mannigfaltig verschlungen und verwoben, ein verworrenes, variierendes Farb- und Formenspiel mit weiterreichenden Botschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Gelingt es dem K\u00fcnstler, fragile Sch\u00f6nheit zugleich mit graziler Zerbrechlichkeit zu verbinden, den fl\u00fcchtigen Augenblick eines Gesichtsausdrucks auf ewig verharren zu lassen, ist im Hintergrund eine g\u00e4nzlich andere Abbildungsebene auszumachen, deren Farbpalette von kr\u00e4ftig und ausdrucksstark bis zur\u00fcckhaltend dezent reicht. Die entsprechenden Spannungen legen meiner Ansicht nach den Kern seines Werkes frei, den Widerstreit zwischen Verfall und Aufl\u00f6sung, Verletzlichkeit und Intimit\u00e4t, kontrastiert von Hoffnung und Freude, Sch\u00f6nheit und starken Lebensmotiven. Erscheinen die fig\u00fcrlich Dargestellten oft seltsam entr\u00fcckt, abwesend bis zweifelnd, finden sie sich in scharf abgetrennten Umgebungen wieder, welche sie abstrakt aufgesetzt erscheinen lassen und den Gem\u00e4lden so eine sehr eigene Dramaturgie verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kompositionen sind spannungsvoll dynamisch, und allzu h\u00e4ufig ertappt man sich bei der Frage, was das Motiv wohl erlebt hat, dass es in einer solchen Situation angetroffen wurde. Die Betrachter*innen bleiben an den Blicken der Personen h\u00e4ngen, verlieren sich regelrecht darin, sind gefangen vom Ausdruck, sp\u00fcren den Gef\u00fchlen des vermeintlichen Gegen\u00fcbers nach und erkennen, dass durch die Bildbetrachtung der Weg ins eigene Innere vollzogen wird, sie letztendlich mit sich selbst kommunizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Unaufdringlich und ohne sich anzubiedern, finden sich auch Bez\u00fcge zu \u201ealten\u201c Meistern bzw. hoch dotierten K\u00fcnstlern wie Klimt, Mondrian oder Emil Nolde, um nur einige zu nennen. Und dies \u00e4u\u00dfere ich, weil ich denke, dass wir uns im Arbeitsraum eines \u00e4hnlich talentierten, ausdrucksstarken K\u00fcnstlers befinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeigt sein Pinselstrich auch selten Geradlinigkeit oder gar den rechten Winkel, so ist doch sein Signet das genaue Gegenteil. Versteckt, geradezu verborgen, verschachtelt stellt sich Stephane Manou vor. Auf seiner Homepage ist sein Logo sehr prominent und zuallererst zu finden und auf seinen Bildern, wenn \u00fcberhaupt, dann doch eher am Rande, im Hintergrund, dezent. Meines Erachtens wieder etwas, das seinen Werken ebenfalls innewohnt, n\u00e4mlich das sich am Rand Befindliche, das Zur\u00fcckgezogene.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dfen m\u00f6chte ich nun mit einem Bezug zu seiner Homepage, wo Rilke folgenderma\u00dfen zitiert wird:<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a> \u201eKunst hei\u00dft, nicht zu wissen, dass die Welt schon ist, und eine neue machen.\u201c In Anlehnung an dieses Zitat ist mir, nach der intensiven Besch\u00e4ftigung mit K\u00fcnstler und Werk, Folgendes in den Sinn gekommen, n\u00e4mlich, dass seine Kunst hei\u00dft, doch zu wissen, dass die Welt bereits ist, und dem Betrachter durch sie einen tieferen Zugang zu ihr und sich selbst erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Damen und Herren,<\/p>\n\n\n\n<p>ich w\u00fcnsche viel Freude beim Eintauchen und vielleicht auch beim Einkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Damen und Herren Kunstinteressierte, sehr geehrte Herren B\u00fcrgermeister, liebe Freunde der Familie, liebe Manous. Mein lieber Freund Stephane, wenn du heute die Einweihung deines Ateliers feierst, so ist dies nat\u00fcrlich ein besonderer Tag f\u00fcr dich \u2013 und f\u00fcr euch. 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